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Das Leben in der Burschenschaft Araucania heute

Los encuentros programados y las actividades conjuntas siguen formando parte del día a día de los miembros de la Burschenschaft Araucania y fortalecen la cohesión entre ellos.

Einmal im Monat findet die Hauptversammlung statt, bei der zwei Themen vorgestellt und anschließend gemeinsam diskutiert werden. Ebenfalls einmal im Monat tritt der Burschenrat zusammen, in dem wichtige Angelegenheiten der Verbindung besprochen werden. An dieser Versammlung nehmen ausschließlich Burschen und Alte Herren teil; Füchse sind noch nicht zugelassen.

Ausflug im Frühlingssemester 2026

Sonntagmorgens treffen sich die Mitglieder zur Sportversammlung, um gemeinsam Sport zu treiben. Donnerstags findet die Fuchsenversammlung statt. Dort lernen die Füchse die Regeln und die Geschichte der Burschenschaft kennen und werden mit den Traditionen der Verbindung vertraut gemacht.

Darüber hinaus gibt es Diskussionsabende, an denen sich interessierte Mitglieder über aktuelle Themen austauschen und ihre unterschiedlichen Standpunkte einbringen können.

Auch die Beziehungen zu befreundeten Verbindungen spielen eine wichtige Rolle. Regelmäßig finden gemeinsame Aktivitäten mit der Mädchenschaft Erika Michaelsen und der Burschenschaft Andinia statt.

Höhepunkt des Jahres ist das Stiftungsfest. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Anlass zum Feiern: Die Burschenschaft Araucania begeht ihr 130-jähriges Bestehen. Das Jubiläum bietet Gelegenheit, auf die lange Geschichte der Verbindung zurückzublicken und zugleich zu zeigen, wie lebendig das Gemeinschaftsleben bis heute ist.

Mitglieder der Burschenschaft auf dem Cerro Manquehue

Gemeinschaft mit Zukunft

«Sich verändern, ohne die Grundidee zu verlieren»

¿Qué importancia tiene hoy la Burschenschaft Araucania para la comunidad chileno-alemana? ¿Cómo mantiene vivas la lengua y la cultura alemanas y cómo busca atraer a los jóvenes a la vida de la asociación? Con motivo de su 130º aniversario, la Burschenschaft Araucania reflexiona sobre su tradición, los cambios de las últimas décadas y sus planes para el futuro.

Welche Rolle spielte und spielt die Burschenschaft innerhalb der deutsch-chilenischen Gemeinschaft in Chile? Und welche Bedeutung hat die deutsche Sprache?

Einer unserer wichtigsten Beiträge besteht darin, Hochschulabsolventen intellektuell heranzubilden und ihnen Führungskompetenzen und Werte zu vermitteln, sodass sie später mit diesem Rüstzeug durch ihre Mitwirkung in der deutsch-chilenischen Gemeinschaft und ihren Institutionen einen aktiven Beitrag leisten können. So entsteht ein positiver Kreislauf, der das Deutschtum an die nächsten Generationen weitergibt.

Beim Grillabend 2025: Eduardo Hänel, der heutige chilenische Botschafter in Deutschland Jorge Sandrock und Clemente Silva

Wir haben miterlebt, dass Jugendliche, die einer Burschen- oder Mädchenschaft angehören, häufig auch nach der Schulzeit eine engere Bindung an die deutsche Kultur behalten und diese später an ihre Kinder weitergeben.

Das Gleiche gilt für die Sprache: Wer Deutsch in der Schule vor allem als Unterrichtsfach erlebt hat, entdeckt möglicherweise einen anderen Zugang zur Sprache, wenn er sie später in der Burschenschaft im Austausch mit Gleichaltrigen verwendet. Natürlich ersetzt dies nicht das Lernen in der Schule, sondern ergänzt es.

Durch die Verbindungen in anderen Regionen Chiles besteht zudem ein landesweites Netzwerk, das den Mitgliedern als Anlaufstelle dient und den gegenseitigen Kontakt fördert. Anders als die Zugehörigkeit zu Schulen oder Sportvereinen endet diese Verbindung nicht mit einem bestimmten Lebensabschnitt.

Was bedeutet es heute, Mitglied der Burschenschaft Araucania zu sein? Was verbindet die Mitglieder über Generationen hinweg?

Es geht darum, Teil einer Gemeinschaft mit gemeinsamen Werten, Prinzipien und Zielen zu sein, die auch einen Raum bietet, in dem verschiedene Generatio- nen, zwischen denen teilweise Jahrzehnte liegen, diese Erfahrung teilen: Die Älteren erzählen ihre Geschichten und geben Ratschläge, während die Jüngeren den Älteren erzählen, welche Herausforderungen und neue Trends sie sowohl in der Burschenschaft als auch in ihrem Studium und Berufsleben erleben. Es entsteht ein gegenseitiges Lernen in einem Rahmen von partnerschaftlicher Gleichberechtigung: Bei uns duzen sich alle, vom langjährigen Ehrenmitglied bis zum jüngsten Mitglied.

Wie gelingt es, 130 Jahre alte Traditionen zu bewahren und gleichzeitig für junge Menschen attraktiv zu bleiben?

Themen, Zeiten und gesellschaftliche Trends wandeln sich, doch unsere Aktivitäten und Traditionen sind flexibel genug, damit neue Generationen sie mit eigenen Inhalten füllen können.

Die Antwort liegt in der Fähigkeit, sich zu verändern, ohne die Grundidee zu verlieren. Anfangs waren deutsche Herkunft, Sprache und Bräuche für die Mitglieder von großer Bedeutung. Heute wird in den Familien deutlich weniger Deutsch gesprochen. Im Mittelpunkt stehen jedoch weiterhin Freundschaft, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaft. Auch die Regeln wurden angepasst: Deutsche Vorfahren sind heute keine Voraussetzung mehr. Entscheidend ist vielmehr die Bereitschaft, sich mit der deutschen Sprache und Kultur zu beschäftigen.

Unsere größte Herausforderung besteht heute darin, überhaupt junge Menschen dafür zu gewinnen, die Burschenschaft kennenzulernen. Die Bereitschaft, sich einer festen Gemeinschaft anzuschließen, Pflichten zu übernehmen, Regeln zu befolgen und Zeit mit unterschiedlichen Generationen zu verbringen, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Heute legen junge Menschen großen Wert auf individuelle Entfaltung. Von den «Mechones», die bei uns eintreten, entscheidet sich dennoch ein großer Teil dafür, auch langfristig in der Verbindung zu bleiben.

Wichtig ist es, Jugendlichen und auch ihren Eltern zu vermitteln, was die Burschenschaft bieten kann. Wir suchen den Kontakt unter anderem durch Schulbesuche sowie Einladungen zu sozialen und sportlichen Aktivitäten.

Stiftungsfest-Kommers zum 120. Jubiläum

Gleichzeitig versteht sich die Araucania weiterhin als unpolitisch und offen für junge Menschen unterschiedlicher Herkunft. Programme wie das Araucania-Stipendium ermöglichen zudem einen direkten Austausch mit Deutschland. So versuchen wir, Traditionen zu bewahren, sie aber zugleich so weiterzuentwickeln, dass sie auch für neue Generationen einen Sinn haben.

Gibt es neue Projekte oder Ziele, die die Araucania in den kommenden Jahren verwirklichen möchte?

Ein fester Wunsch für die nächsten Jahre ist, dass unsere Burschenschaft nicht nur ein Treffpunkt für unsere Mitglieder sein kann, sondern auch für alle diejenigen, die unsere Schulen besucht haben oder Deutsch sprechen. Unsere Herausforderung besteht darin, Aktivitäten für Menschen anzubieten, die ihre Bindung an das Deutschtum aufrechterhalten möchten, nach dem Eintritt in die Universität aber häufig den Kontakt zu deutschsprachigen Institutionen verlieren.

Die Veränderungen in der Hochschullandschaft stellen eine weitere Herausforderung dar: Die Studiengänge werden kürzer, das Interesse an einem Studium im Ausland nimmt zu, und wir müssen uns fragen, wie sich diese Entwicklungen auf uns auswirken..

Text und Fotos: Burschenschaft Araucania

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Source: Cóndor ↗
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