Polizei warnt vor Anschlag auf polnischen Regierungschef Tusk

Noch ist vieles im Unklaren, aber die Sorge scheint groß. Offenbar hat die polnische Polizei konkrete Hinweise auf Anschlagspläne auf Regierungschef Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz. Ein Mann wurde festgenommen. Polens Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums Hinweise auf einen möglichen geplanten Anschlag auf Regierungschef Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erhalten. Vor diesem Hintergrund wurde ein Treffen im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes einberufen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums im Onlinedienst X mit. Innenminister Marcin Kierwinski und der für Geheimdienste zuständige Minister Tomasz Siemoniak hätten Maßnahmen angeordnet. Mann aufgrund von Online-Aktivitäten festgenommen Kierwinski teilte inzwischen mit, ein etwa 60 Jahre alte Mann sei im Südwesten Polens festgenommen worden. Die Ermittler seien durch eine "gründliche Analyse online veröffentlichter Inhalte" auf ihn aufmerksam geworden, sagte Kierwinski im Sender TVP Info. Nun würden "die Kontakte des Mannes und seine Aktivitäten im Internet untersucht". Es sei es "in diesem Stadium wahrscheinlich noch zu früh", von einem "Auslandsbezug" zu sprechen, so Kierwinski weiter. Es scheine sich eher um "einen Mann aus sehr radikalen Gruppen" zu handeln, der über das Internet "sehr radikale Kontakte zu verschiedenen Personen" geknüpft haben. Ministerpräsident Tusk schrieb auf X: "Vielen Dank an die Polizei für ihr schnelles und entschlossenes Eingreifen." "Wir nehmen das todernst" Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski, hatte der Nachrichtenagentur PAP gesagt, die zuständigen Stellen hätten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt worden. "Wir nehmen das todernst." Daher habe man umgehend das Treffen anberaumt. Nach der Sitzung sagte Dobrzyński, Informationen über die Drohung hätten zunächst den Staatsschutz erreicht, der sie anschließend an die Polizei weitergeleitet habe. Weitere Angaben zu dem mutmaßlich geplanten Anschlag machte er nicht. "Beunruhigenderes Signal als in der Vergangheit" Regierungssprecher Adam Szlapka hatte zuvor dem Sender TVN24 berichtet, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen über die Erkenntnisse informiert worden. "Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit." Der Regierungschef arbeite derzeit normal weiter. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Das EU- und NATO-Land Polen ist ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf.


